Pa(a)raten ist ein logopädisches Brett- und Kartenspiel zur Förderung der auditiven Wahrnehmung und der phonologischen Bewusstheit.
Im Mittelpunkt stehen Minimalpaare: Wörter, die sich nur in einem Laut unterscheiden und dadurch eine unterschiedliche Bedeutung haben. Das Spiel macht für Kinder unmittelbar erfahrbar: Eine kleine Veränderung in der Aussprache kann die Bedeutung eines Wortes verändern.
Dabei wird sowohl die rezeptive Ebene (das Kind hört und unterscheidet) als auch die expressive Ebene (das Kind spricht selbst) angesprochen. Die Arbeit mit Minimalpaaren eignet sich außerdem zur Förderung der phonologischen Bewusstheit und damit einer wichtigen
Vorläuferfähigkeit für den Schriftspracherwerb. Viele der enthaltenen Minimalpaare lassen sich zudem als Reimwörter entdecken und weiterführend einsetzen.
• 1 Würfel mit den Symbolen X, O, Schiff und Flosse
• 1 Spielfigur „Hai“ (Haiflosse)
• 1 Spielfigur „Schiff “
• 1 doppelseitiges Spielbrett
• 58 Minimalpaarkarten
• 29 Fragekarten – eine zu jedem Minimalpaar
• 4 Kategoriekarten mit einer Übersicht aller Minimalpaare
• 1 Karte Kurzanleitung
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Alle Spielmaterialien einzeln
Auf der Vorderseite jeder Karte ist ein Minimalpaar als Bild dargestellt. Auf der Rückseite stehen die beiden Wörter. Die farbliche Umrandung zeigt, welcher Kategorie das Minimalpaar zugeordnet ist.
Sie geben einen Überblick über alle enthaltenen Minimalpaare und können beispielsweise zur gezielten Auswahl eines Förderbereichs genutzt werden.
Der Würfel zeigt vier verschiedene Symbole: X, O, Schiff und Flosse.
Die Symbole X und O beziehen sich jeweils auf eines der beiden Bilder des ausgesuchten Minimalpaars. Je nach Spielvariante wird dadurch bestimmt, welches Wort gehört bzw. benannt werden soll.
Die Symbole Schiff und Flosse sind Sonderfelder. Ihre Funktion unterscheidet sich je nach Spielvariante und wird bei der jeweiligen Spielanleitung erklärt.
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Vorderseite (Minimalpaar)
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Rückseite (Minimalpaar)
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Ausschnitt von zwei Kategoriekarten
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Würfel
Anzeige des Schwierigkeitsgrads

Aufbau: Schiffsjagt
Das Schiff versucht, den Schatz auf die sichere Insel zu bringen, bevor der Hai es einholt.
• Spielbrett Vorderseite
• Würfel
• Schiff
• Haiflosse
• Minimalpaarkarte
(Die Frage- und Kategoriekarten werden bei dieser Variante nicht benötigt.)
Die Anzahl der Diamanten auf dem Startfeld bestimmt den Schwierigkeitsgrad
1 Diamant: leichter; 2 Diamanten: mittlerer Schwierigkeitsgrad; 3 Diamanten: anspruchsvoller
Zusätzlich kann über den Würfel der Schwierigkeitsgrad angepasst werden:
• Leicht: Es werden nur X und O verwendet.
• Schwieriger: Auch die Sonderfelder Schi und Flosse werden einbezogen.
Bei einem Schiff -Symbol darf das Schiff ein Feld vorrücken. Bei einem Flossen-Symbol darf der
Hai 1–3 Felder vorrücken. Wie viele Felder der Hai schwimmt, kann individuell an die Fähigkeiten
des Kindes angepasst werden.
Eine Minimalpaarkarte wird mit der Bildseite nach oben in den vorgesehenen Inselrahmen gelegt.
Dadurch wird jedem Bild ein Symbol zugeordnet:
X = linkes Bild | O = rechtes Bild
Die Haiflosse kommt auf das entsprechende Startfeld. Das Schiff wird - abhängig vom gewählten
Schwierigkeitsgrad – auf das passende Startfeld gestellt.
Der Deckel der Spielschachtel wird als Sichtschutz aufgestellt.
Die Logopäd*in würfelt verdeckt und spricht anschließend das zum gewürfelten Symbol gehörende Wort laut aus.
Das Kind hört das Wort und zeigt auf das passende Bild.
Anschließend wird der Sichtschutz entfernt und gemeinsam überprüft, ob das Kind das richtige Bild ausgewählt hat. Diese visuelle Rückkopplung macht die Bedeutungsunterscheidung für das Kind unmittelbar sichtbar.
• Richtig: Das Schiff fährt ein Feld vor.
• Falsch: Der Hai schwimmt vor.
Wie viele Felder der Hai bei einer falschen Antwort vorrückt, kann individuell angepasst werden.
So lässt sich die Herausforderung an den Leistungsstand des Kindes anpassen und die Motivation erhalten.
Ob bei einer Unsicherheit des Kindes Hilfestellungen gegeben werden oder die Antwort als falsch gewertet wird, liegt im Ermessen der/des behandelnden Therapeut*in.
Das Spiel kann auch umgedreht werden: Das Kind würfelt und spricht das zum gewürfelten Symbol gehörende Wort selbst aus.
Das weitere Vorgehen bleibt gleich. So wird neben der auditiven Differenzierung auch die expressive Lautproduktion gezielt einbezogen.
Bei beiden Versionen kann die Minimalpaarkarte während des Spiels jederzeit ausgetauscht werden.

Aufbau: Inselrennen
Wer erreicht als Erste*r das Haus?
• Spielbrett Rückseite
• Würfel
• Schiff
• Haiflosse
• Minimalpaarkarte
Die Frage- und Kategoriekarten werden nicht benötigt.
Leicht: Es werden nur X und O verwendet.
Schwieriger: Die Sonderfelder Schi und Flosse werden ebenfalls eingesetzt.
Bei einem gewürfelten Sonderfeld ist der entsprechende Spieler (Schiff oder Flosse) sofort noch einmal an der Reihe – auch dann, wenn er dadurch zweimal hintereinander spielt. Der Gegner muss in diesem Fall aussetzen.
Eine Minimalpaarkarte wird mit der Bildseite nach oben in den vorgesehenen Inselrahmen gelegt.
Hier gilt:
X = oberes Bild | O = unteres Bild
Die Spieler*innen würfeln abwechselnd und benennen anschließend das zum gewürfelten Symbol gehörende Bild.
Bei korrekter Aussprache darf die eigene Spielfigur ein Feld vorrücken. Bei einer fehlerhaften Aussprache bleibt die Figur stehen.
Schwieriger: Die Figur muss bei einer fehlerhaften Aussprache ein Feld zurück. Diese Regel gilt für beide Spieler:innen und ermöglicht eine zusätzliche Fokussierung auf die expressive Lautproduktion. Wer zuerst das Haus erreicht, gewinnt.
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Diese Variante funktioniert ohne Spielbrett und Würfel und eignet sich damit besonders gut für eine schnelle Einheit zwischendurch oder unterwegs.
• 29 Fragekarten
• ggf. jeweilige Minimalpaarkarten
Die Logopädin oder der Logopäde liest eine Fragekarte laut vor.
Das Kind hört genau zu und überlegt, welches der beiden Wörter des Minimalpaares gemeint ist.
Ziel ist es, die richtige Antwort mit möglichst wenigen Hinweisen zu erkennen.
Je weniger Fragen bzw. Hinweise benötigt werden, desto besser!
Die Variante lässt sich dabei flexibel an das sprachliche Niveau des Kindes anpassen.
Bei richtiger Antwort soll das Kind anschließend das erkannte Wort selbst sprechen.
So kann die Variante von einer überwiegend rezeptiven Aufgabe („Welches Wort hast du gehört?“) zu einer expressiven Aufgabe erweitert werden („Welches Wort ist es? Sag es selbst.“).
Die Fragekarten können auch als Ausgangspunkt für weitere logopädische Aufgaben genutzt werden:
• Minimalpaar nachsprechen
• beide Wörter vergleichen
• den bedeutungsunterscheidenden Laut benennen
• beide Wörter in einem Satz verwenden
• Reimwörter entdecken
• weitere Wörter mit dem gleichen Lautunterschied finden
Paaraten lässt sich flexibel an die jeweilige Therapie und das Kind anpassen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Die Karten können beispielsweise mit eigenen Aufgaben, Lauten, Satzstrukturen oder zusätzlichen Regeln kombiniert werden. Auch die drei Spielvarianten lassen sich miteinander verbinden.So kann dasselbe Spielmaterial je nach Therapieziel zur Förderung der auditiven Wahrnehmung, phonologischen Bewusstheit, Lautdi erenzierung, Lautproduktion und des
Sprachverständnisses eingesetzt werden. Auch zusätzliche Kristalle oder weiteres Spielmaterial kann natürlich eingesetzt werden, um die Kinder noch weiter zu motivieren!
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